Anthem im Test

Games as a Service…..

Wie bereits angekündigt, kommen wir nochmal zur Story. Da Anthem auf dem Games as a Service (GaaS) Modell aufbaut, ist es sehr gut möglich, dass man erstmal nur das Fundament für Anthems Welt und Charaktere legen wollte, wenngleich dieses Fundament mehr als wackelig ist. Ähnlich wie bei Destiny, wird wohl erst mit der Zeit mehr Tiefgang und Sinn geboten.

So gibt es bereits jetzt einen Plan für die nächste drei Monate und sicher auch darüber hinaus. Anthem soll uns lange begleiten und wird sicherlich auch zahlreiche DLCs bekommen. Es ist durchaus denkbar, dass Anthem in einem Jahr ein richtig gutes Spiel, mit viel Abwechslung, tollen Charakteren und mehr ist, doch wir bewerten das Spiel als das was es jetzt und nicht was es mal werden könnte.

Auch zu den angesprochenen Rüstungsteilen gibt es noch was zu sagen. Wie gesagt, gibt es keine neuen Teile als Loot, jedoch lassen sich manche gegen Echtgeld oder Münzen erwerben. Münzen gibt es im Spiel durch das abschließen etwaiger Herausforderungen. Leider ist auch hier aktuell nicht viel verfügbar. Einzig Lackierungen und Materialien für diese sind derzeit zahlreich verfügbar.

Derzeit bietet Anthem einfach viel zu wenig, hat zahlreiche Fehler und ist nicht wirklich durchdacht. Man merkt einfach, dass man zu schnell, zu viel wollte. Obwohl wir bereits so viel kritisiert haben, gibt es sicher Dinge, die wir vergessen haben, da es so viele Ungereimtheiten gibt, die einfach sauer aufstoßen.

Bleibt noch ein wichtiger Punkt vor dem Fazit, das Endgame.

Das Endgame

Nach etwa 20 Stunden ist man mit der Story durch und danach hat man noch einiges zu tun, bis man Level 30 erreicht hat und somit das Endgame beginnt. Dort spielt man dann hauptsächlich die drei Festungen, welche als große Missionen angelegt sind und nur zu viert bestritten werden können. Diese Festungen bieten die gleichen Strukturen und sind genauso wie anderen Missionen aufgebaut, nur schwerer, länger und mit Boss am Ende.

Das Ziel ist es natürlich, seine Javelins maximal aufzuwerten. Diese haben nämlich eine Stufe, die unabhängig von eurem eigenen Level ist. Da kommen dann die neuen Schwierigkeitsgrade ins Spiel. Anfangs gibt es nur leicht, normal und schwer. Nachdem man Level 30 erreicht hat, kommen noch drei weitere Grade dazu, die deutlich schwerer sind und auch deutlich bessere Ausrüstung bieten. Wie für Loot Shooter üblich, müsst ihr also immer und immer wieder die gleichen Missionen spielen, bis ihr dann die maximale Stufe erreicht habt.

Zusätzlich gibt es ab Level 30 die Möglichkeit, dass Meisterwerke als Legendarys droppen. Diese sind dann nochmal einen schluck besser und bringen euch einen Schritt näher an die maximale Stufe, die theoretisch bei 517 liegt. Dazu muss jedoch jedes Ausrüstungsteil legendär sein und das dauert eine Weile. Ob man nun Spaß daran hat, immer und immer wieder das gleiche zu machen, liegt bei jedem selbst.

Leider fehlt derzeit ein richtige, definitive Endgame Aktivität wie ein Raid. Erst im Mai soll ein sogenannter Cataclysm erscheinen, der nicht nur extrem herausfordernd wird, sondern auch Einfluss auf die Spielwelt nimmt. Doch wie genau die aussehen, sehen wir dann.

Fazit – Zu früh veröffentlicht

Wir haben viel kritisiert, ist Anthem deswegen ein schlechtes Spiel? Nein. War es richtig es so zu veröffentlichen? Wir denken nein.

Das Gameplay rund um den Javelin, das Fliegen, die Kämpfe, die Fähigkeiten, die Optik und der Stil, all das ist super. Wenn man nur die schwache Story, die einfallslosen Missionen und die schlechten Strukturen dazu nimmt, ist Anthem durchaus ein gutes Spiel mit einer potentiell rosigen Zukunft. Leider fangen die Probleme hier nur an.

Vieles ist nicht durchdacht, es gibt Bugs und Fehler an allen Enden und auch die Technik ist alles andere als einwandfrei. Pop-ups, Ton Aussetzer, Abstürze, heftige Ladezeiten, fehlende HUD Elemente und mehr stören den Gesamteindruck einfach ungemein.

All diese Mängel für sich sind natürlich verschmerzbar und heutzutage (leider) fast normal, doch alles zusammengenommen, ist so leider unentschuldbar und sorgen für mehr als nur einen faden Beigeschmack.

Wir müssen Anthem leider als das bewerten was es ist und nicht, was es mal werden könnte und angesichts der derzeitigen Probleme, können wir den Titel leider nicht empfehlen, auch wenn es einfach Spaß macht Iron Man zu spielen und als mächtiger Javelin Horden von Gegnern zu dezimieren.

Gutes

Optik und Stil sehr gelungen
Javelins spielen sich sehr unterschiedlich
Fliegen und kämpfen macht einfach Spaß
Tolles Kombo System mit vielen Fähigkeiten

Schlechtes

Häufige und lange Ladezeiten
Schwaches Endgame
Waffen- und Gegnervielfalt lässt zu wünschen übrig
Zahlreiche Bugs und Fehler
Story und Charaktere bieten sehr wenig
Manches nicht zu Ende gedacht

6.8 Mittelmäßig

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