Anarchy Reigns – Review

Getestet von | 16.01.2013 um 00:00 Uhr

Sie haben es wieder mal geschafft. Die Rede ist von Plantium Games. Das japanische Entwicklerstudio, das uns schon seit Längerem mit abgefahrenem Spieltembo und Charakteren das Leben versüßt. Jetzt haben sie sich dem Hack n‘ Sly Genre angenommen und das Ganze in einem Beat‘em Up Spiel eingegliedert.

Die helle oder die dunkle Seite?
In vielen Prügelspielen gibt es eine bei den Haaren herbeigezogene Geschichte. Nun, das ist bei Anarchy Reigns auch nicht anders. Platinum Games haben aber versucht, das Ganze irgendwie interessant zu gestalten. So ganz gelungen ist ihnen das nicht. Auf jeden Fall darf man aus einer White Side oder der Black Side wählen. Auf der hellen Seite erlebt man die Geschichte aus der Perspektive des jungen Cyborgs Leo, der seinen Ziehvater Max ausfindig macht, um die Warheit für seine Flucht zu erfahren. Auf der Black Side, spielt man Jack Cayman (besser bekannt aus MadWorld, das in Deutschland nicht erschien). Jack ist ebenfalls auf der Suche nach Maximillian Caxton. Jack möchte aber keine Wahrheiten oderErklärungen von Max, nur Rache. Mehr ist wohl nicht drin. Man erlebt beide Geschichten simultan in dieser Steampunktwelt. Die einzelnen Stages sind die sogeannnten Maps, wo man auch im Online Segment gegeneinander antritt. Im Singleplayer werden die Maps mit allerlei Gegnern aufgefüllt, die nicht wirklich schwer zu erledigen sind. Nach einer bestimmten Anzahl an Punkten, die man bei den Kämpfen erhält, schaltet man kleinere Missionen frei. Auf der einen Seite sind das Minimissionen, die man immer wieder machen kann, und auf der anderen Seite gibt es die storybasierenden Missionen. Leider spielen sich beide Missionstypen etwa gleich. Gegner kommt, Gegner muss bezwungen werden, Punkte erhalten und hoffen, dass die nächste Mission gleich freigeschaltet wird.

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Viele Charaktere hat sich Platinum Games gleich selbst ausgedacht und alle sind mehr oder weniger Cyborgs. Da aber Jack aus Madworld noch mitspielt, gibt es auch fast normale Menschen. Und natürlich darf die ultraheiße Hexe Bayonetta nicht fehlen. Die Charaktere wurde mehr oder weniger gut umgesetzt und die Balance zwischen den einzelnen Figuren hat Platinum Games gut hinbekommen.

Hau drauf!!
Obwohl das Pad überladen ist mit diversen Befehlen, spielt sich das Spiel recht simpel. Ist aber schwer zu meistern. Wie üblich erhält man eine normale und eine schwere Attacke. Man kann die Gegner greifen oder ihnen Fässer oder Sonstiges an den Kopf werfen. Durch die normalen Attacken, die man vom Stapel lässt, füllt sich eine kleine Zusatzleiste. Es ist eigentlich egal, ob der Blaken voll ist oder nur zu einem Drittel. Hält man die L2 Taste gedrückt, kommen schwerere Attacken zum Vorschein. Je nach Charakter und Kombomöglichkeiten kann man durch das Aufladen dieser Attacken mehr Lebenspunkte abziehen. Diese werden auch noch in recht stylischen Sequenzen gezeigt. Natülirch dürfen Items nicht fehlen, die man in den einzelnen Stages bekommt. Einige sind passiv wie Schutzschild oder Unischtbarkeit. Doch es gibt auch Elektrofallen und Feuerblälle, die man den Gegnern um die Ohren werfen kann. Sogar eine Duell Item ist vorhanden. Hat man diese ausgeführt, kann der nächstbeste Spieler, den man angreift, entscheiden, ob er das Ganze in einer seperaten Stage in einem Duell bestreitet, während die restlichen Spieler normal weiterkämpfen.

Der Titel verspricht nicht zu wenig, denn auf den einzelnen Karten geht es rüde zu. Anarchie pur. Wenn einem das Gewusel schon zu langsam ist, was die Spieler da veranstalten, der kann sich freuen, denn die Maps werden immer in regelmäßigen Abständen mit Miniactionen bereichert. So kann es sein, dass ein Kraken die Map angreifft, Flugzeuge Bomben regnen lassen oder die Maps werden mit Mutanten und sonstiges Kanonenfutter überschwemmt. Dies passiert zwar nicht zwingend in allen Modi, aber die meisten davon haben es in Petto.

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Leider ist nicht alles Gold, was glänzt in Anarchy Reigns. Das ganze Spiel kommt ein bisschen altbacken daher. Die Grafik ist nicht wirklich auf dem neusten Stand. Sieht man mal genauer hin, bekommt man etliche Matschtexturen zu Gesicht. Klippingfehler und sonstige Ungereimtheiten. Aber wirklich nur geübte Spieler oder Spieltester werden solche Fehler wirklich sehen können. Denn bei dem Gewusel und hohem Tempo hat man eigentlich keine Zeit die Umgebung in Ruhe zu betrachten. Dass wir Europäer so lange darauf warten mussten, ist eine Sache von Sega. Aber man hätte hoffen können, dass Platinum Games diese Zeit nutzt, um den Feinschliff an diesem Titel zu machen. Auf jeden Fall sollte man der englsichen Sprache mächtig sein. Sowohl Menüführung, Tutorial, Geschichte oder Onlinegespräche sind alle auf Englisch gehalten worden. Eine Lokalisierung ist leider nicht vorhanden.

Was darf es denn sein ?
Anarchy Reigns bietet viel für den Spieler. Sei es ein Tutorialmodus, wo man die Combos der einzelnen Charakter üben kann, oder der simple Offlinemodus, wo alle diversen Modi mit Bots Spielbar sind. Aber natürlich geht die Post vor allem im Onlinesegment ab. Für jeden Spieler gibt es nämlich seinen passende Modi. Sei es das normale Battle Royale, bei dem 12 – 16 Spieler gegen alle kämpfen. Oder im Team-Deathmatch, dem klassischen Capture the Flag oder auch Ko-op Missionen, wo man in gewissen Runden und unter Zeitdruck eine bestimmte Anzahl an Gegnern töten muss, um zu gewinnen. Hinzu gesellt sich noch ein Helikoptermodus und eine Abänderung des altbekannten, aus dem realen Leben stammenden Handballspiels. Wer hier trozdem an der großen Anzahl an Modi nichts Passendes findet, dem ist nicht zu helfen.

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Da die einzelnen Regionen gestaffelt an den Start gegangen sind, darf man aus 4 verschiedenen Regionen auswählen. Sei es Europa, Amerika, Asien oder, für die Hartgesottenen einen einzelnen Bereich nur für Japan. Auf jeden Fall sollte man, egal auf welchem Kontinent man spielt, die Combos des Charakters, den man steuert, so gut wie auswendig können. Nur durch Übung in den einzelnen Arenen schafft man es, mit der Zeit gut zu werden. Wer meint, er müsse nicht üben, sollte nicht heulen, wenn er ständig um die letzten Plätze kämpft.

Gutes

- leicht zu lernen, schwer zu meistern
- eine vielzahl an Modi
- abgefahrene Charakter und Kombomöglichkeiten.

Schlechtes

- altbackende Grafik
- nicht lokalisiert
- ohne Übung, geht gar nichts

8.0 Sehr gut

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