Alienation im Test – Wenn aus Zombies Aliens werden

Getestet von | 25.04.2016 um 18:37 Uhr

Wir schreiben das Jahr 2010, die Zeit, in der es eine große Auswahl an PS3 Spielen gab. Couch-Koop Freunde bekamen aber nur sehr selten neue Games geliefert, die es wert waren, gespielt zu werden. Dies änderte sich am 01.12.2010, der Tag an dem das Entwicklerstudio Housemarque ihren Top-Down Zombie-Shooter Dead Nation veröffentlichte. Das Spiel hatte sofort eine große Fangemeinde und wurde später sogar als Entschädigung für den PSN Ausfall an US PlayStation Kunden verschenkt. Ebenso erschien die Remaster Version des Spiels, inklusive DLCs, 2015 als PS Plus Titel. Nachdem inzwischen wahrscheinlich schon Billiarden Zombies in Dead Nation erledigt wurden, sehnte sich der Top-Down-Shooter Fan nach neuem, doch bisher suchte dieser ähnliche Titel vergebens. Ein Schimmer von Hoffnung ist nun der inoffizielle Nachfolger von Dead Nation, der dessen Erfolg toppen soll. Wie? Ganz einfach! Man nehme ein wenig vom Alten und streue ein wenig Neues hinzu. Heraus kam Alienation, welches wir für euch getestet haben. Ob es der neue Koop-Vorzeige-Titel wird, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

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Das Zombie Genre ist nach gefühlten 1000 gefloppten Zombie-Filmen und Spielen, die in den letzten 2 Monaten heraus kamen, schlichtweg ausgelutscht. Es lag also an Housemarque ein neues Setting zu finden, dass an den Erfolg von Dead Nation anknüpfen kann und sich gleichzeitig frisch anfühlt. So entschied man sich im Studio für Aliens und gab dem Spiel den sehr kreativen Namen Alienation. Doch worum geht es genau? Na, das übliche halt! Während wir uns wegen fiktive Grenzen auf unserem Planeten die Köpfe einschlagen, entschieden Aliens uns einen Besuch abzustatten und all unsere Probleme auf einen Schlag verschwinden zu lassen. Denn die Aliens waren eher weniger unsere Bros, sondern hatten eine ziemlich unlässige Einstellung zu unserer Existenz. Ob zu viel von den Kardashians und Justin Bieber ins Weltall gesendet wurde und sie deswegen ziemlich sauer auf uns oder ob sie einfach nur Rassisten sind, wissen wir nicht. Spielt aber auch keine Rolle, denn sie fingen ohne Zeit für ein Interview damit an, uns in Massen auszuradieren. Glücklicherweise rafft sich der Mensch immer genau dann wieder auf, wenn er vor dem Abgrund steht. So wurde die UNX gegründet, die unseren blauen Planeten vor den bösen Aliens verteidigen soll. Ausgerüstet mit High-Tech Exo-Anzügen, kämpft der Spieler sich nun durch insgesamt 20 actionreiche Missionen um unsere Existenz zu sichern. Und ja, das ist Stoff für einen Bestseller Roman. Oder auch nicht. Ist aber nicht weiter schlimm, denn Alienation punktet auf anderen Gebieten umso mehr.

Man nehme eine Priese Zombies und Streue ein wenig Aliens dazu

An Dead Nation gab es wirklich nicht viel zu meckern. Ein toller Titel, von den man für wenig Geld, viele Stunden Spielspaß bekam und sowohl online als auch auf der Couch zusammen mit einem Freund spielen konnte. So dachten sich die Entwickler von Housemarque „wir nehmen Dead Nation, tauschen die Zombies gegen Aliens aus und packen dann noch ein paar mehr Features hinzu – Voila!“. Ob diese Vermutung stimmt, spielt keine Rolle, den dies ist jedenfalls das Ergebnis. Wer Dead Nation gespielt hat, wir sich sofort heimisch fühlen. Gespielt wird in der Top-Down Perspektive im Twin-Stick Controller Layout. Mit dem linken Stick Bewegen wir uns, mit dem rechten Zielen wir und der gut sichtbare Laserpointer hilft uns bei der Orientierung, wenn unsere Ziele mal etwas weiter entfernt oder es hektisch wird. Um das Gameplay aufzuwerten und mal etwas neues auszuprobieren, hat Alienation einige Gameplay Elemente erhalten, die wir sonst nur aus Rollenspielen und MMOs wie Destiny und The Division kennen. So können wir zu Beginn zwischen drei Klassen wählen, die für unterschiedliche Spielstile stehen und entsprechend unterschiedliche Fähigkeiten haben. So gibt es einen Tank, der viel Energie hat und die Gegner auf sich ziehen soll. Den Damage Dealer, der dafür gemacht ist maximalen Schaden auf Kosten von HP/Rüstung auszuteilen und der Allrounder, der eine Mischung aus den anderen beiden ist. Zudem können die Spieler durch das Sammeln von Erfahrungspunkte im Level steigen, wodurch sie mehr Energie haben und auch mehr austeilen können. In Sachen Equipment hat man sich hier auch im RPG-Genre bedient. So gibt es von jeder Waffe schier unendliche Ausführungen, mit verschiedenen Statistiken und Stufen wie selten und legendär. Waffen die schlecht sind, werden verschrottet um Materialien zu sammeln, die man wiederum für das Upgraden von guten Waffen benötigt. Das Upgraden basiert darauf, dass jede Statistik einer Waffe einen Mindest- und Maximalwert hat und man per Zufallsgenerator einen Wert dazwischen erwürfeln kann, sofern man die dafür nötigen Materialien gesammelt hat. Schade ist hier jedoch, dass es zwar viele Ausführungen der Waffen gibt, aber nur recht wenige Waffenarten. So gibt es als Bio-Techniker z.B. nur eine einzige Primärwaffe, die sich im Laufe des Spiels nur anhand der Farbe und den Statistiken von Drop zu Drop unterscheidet.

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Anders als bei Dead Nation, läuft man bei Alienation nicht mehr durch schlauchartige Levels, sondern befindet sich auf recht groß angelegten Sandbox Karten, auf denen man seinen Weg zum Ziel mehr oder weniger frei wählen und im Verlauf des Spiels dort auch erneut wieder vorbei kommt. So findet die erste Mission beispielsweise im kalten Alaska statt, danach geht es nach Europa und dann wieder zurück nach Alaska, jedoch in eine andere Ecke auf der bereits bekannten Karte. Schade ist hier nur, dass es wenig Abwechslung bei den einzelnen Settings gibt, man kann aber davon ausgehen, dass hier wahrscheinlich mittels DLC nachgerüstet wird. Während man sein Missionsziel verfolgt, sorgen die Entwickler mit  Zufalls generierten Events für Abwechslung, von denen es leider nicht viele Unterschiedliche gibt, sie aber trotz Spaß machen. So wird mit einem großen Warnhinweis das Erscheinen einer Alien Horde angekündigt, die meist aus allen Himmelsrichtungen zu euch gestürmt kommt und für die ihr hoffentlich genug Munition dabei habt. Ebenso erscheinen Elite-Gegner über die Karte verteilt, die euch reichlich Erfahrungspunkte und mit Glück auch schicke neue Waffen geben – sofern ihr sie überlebt. Wer bei dem Erstellen seiner Session die nötige Erlaubnis dafür gibt, kann, ähnlich wie bei Dark Souls, von einem Menschlichen Spieler angegriffen werden, der nur in euer Spiel kommt, um euch platt zu machen. Dies ist für euch natürlich sehr unpraktisch, falls ihr gerade gegen eine Alien-Horde kämpft und sehr unpraktisch für den Angreifer, falls ihr ein paar Freunde dabei habt. Allgemein lässt sich Alienation problemlos im Alleingang durchspielen, gemacht wurde es jedoch für Teamplay mit bis zu 4 Spielern. Das heißt, ihr könnt drei Freunde auf eure Couch einladen… Nein, stop. Hier kommen wir zu einem großen Kritikpunkt – zum Release des Spiels wird es nur den Online-Koop Modus geben. Housemarque hat jedoch mitgeteilt, dass man sich lediglich „vorerst“ auf den Online-Koop konzentriert und es somit möglich ist, dass der Couch-Koop nachgereicht wird. Unrealistisch ist dies nicht, da auch Resogun ca. 7 Monate nach Release einen Couch-Koop Modus umsonst nachgeliefert bekam. Hoffen wir, dass es bei Alienation schneller gehen wird.

Hat man die 20 Kampagnen Missionen abgeschlossen, startet man im New Game+, welches hier mit dem World Level gleichgesetzt wird. Ab World Level 2 bekommt das Spiel neue Features und Aufgaben, wie z.B. Kopfgeld-Missionen anzunehmen, was auch stark an Destiny erinnert. So könnt ihr 3 Missionen gleichzeitig gewählt haben, für die ihr z.B. 20 bestimmte Gegnertypen mit Nahkampf-Angriffen erledigen müsst und dafür dann hochwertige Materialien bekommt, um euer Equipment zu verbessern.

Gutes

- Die RPG Elemente sind eine gute Erweiterung zum Top-Down Gameplay
- Gutes Upgrade System für Waffen
- Abwechslung durch zufallsgenerierte Events in den Levels

Schlechtes

- Wenig Auswahl an Waffenarten und Items
- Areale bieten wenig Vielfalt
- Kein Couch-Koop Modus

8.2 Sehr gut

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