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Need for Speed: The Run – Mit Vollgas auf der gamescom 2011

Artikel von | 30.01.2012 um 00:00 Uhr

Ein Rennen, aber kein stinknormales Rennen. Ein Rennen quer durch die USA. Westküste zur Ostküste, San Francisco zu New York. 300 Fahrer und ein Preisgeld von satten 25 Millionen Dollar. Habt ihr das Zeug euch gegen 299 gefährliche und unberechenbare Fahrer durchzusetzen, dem Gesetz zu entfliehen und euer Können auf die Probe zu stellen? PS3inside hat sich dem Run angeschlossen und verrät euch alles zum neusten Need for Speed Titel.

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Letzter Ausweg

Das es ab dem Jahresende 2011 ein neues NfS in den Händlerregalen zu kaufen gab, dürfte wohl keinen mehr überraschen. Das mittlerweile 19te Need for Speed trägt den Beititel ‚The Run‘ und ist seit langem mal wieder von EA Black Box entwickelt worden, die sich für fast alle NfS Titel verantwortlich zeigen, darunter beispielsweise alle für die PS2. Und wie in den letzten Jahren so oft, versucht auch dieses NfS wieder ein neues Konzept aus, bedient sich dabei an Content älterer Teile und versucht dieses mal alles richtig zu machen. Nach kurzem Intro und Anmeldung bei EA Nations für Autolog und den Onlinedienst des Spiels, befinden wir uns im Hauptmenü. Der Run ist unser erstes Ziel und so starten wir ohne große Umwege die Karriere. Diese beginnt jedoch recht ungewohnt, denn anstatt einfach das erste verfügbare Rennen zu wählen, sehen wir eine Sequenz. Ein Mann erwacht in einem Fahrzeug, welches kurz davor ist, von der Schrottpresse eines Schrottplatzes klein gematscht zu werden. Der Mann schafft es sich zu befreien, rennt zu einem Wagen und gibt Gas. Hier kommt ihr nun ins Spiel, denn ihr steuert nun den Wagen und sollt vor den Gangstern flüchten, denen eure Flucht nicht entgangen ist. Nach kurzer halsbrecherischer Verfolgungsjagd, schafft ihr es den Leuten zu entkommen, die nächste Sequenz startet. In einem heruntergekommenen Sushirestaurant, trefft ihr eine Frau, eine Bekannte und Agentin von euch, die auf den Namen Sam hört. Ihr habt bei den Gangstern Dreck am stecken, deshalb hat euch Sam für The Run angemeldet. Der Run ist ein Rennen von San Francisco zu New York, bei dem insgesamt 300 Fahrer teilnehmen. Der Gewinner erhält satte 25 Million Dollar. Da ihr keine große Wahl habt, nehmt ihr dran teil und bekommt obendrein noch einen Wagen, damit ihr sofort loslegen könnt. Ab hier beginnt nun die Karriere. Zu aller erst müsst ihr erst einmal in der vorgegebenen Zeit zum Startpunkt des Rennen kommen. Von jetzt an spielt ihr quasi die Events, denn wie man sich bereits denken kann, muss man immer mit dem Event vorlieb nehmen, welches euch das Spiel gerade vorsetzt. Dies bringt uns zu unserem ersten Kritikpunkt. Black Box hat wegen seines Storyaufbaus leider am Anfang eine sehr geringe Abwechslung was die Rennen angeht. Genaugenommen wechseln sich zu Anfang immer nur zwei verschiedene Disziplin ab. Bei der einen müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Kontrahenten überholt haben, bevor ihr das Ziel erreicht, bei der anderen müsst ihr Checkpoints in einer bestimmten Zeit passiert haben, um „Zeit gut zu machen.“

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On the Road again…

Glücklicherweise haben die Entwickler eine große Vielzahl an Landschaftsgebiete zur Verfügung, aus denen sie wählen können und das stellen sie eindrucksvoll unter Beweis. Der Run ist nämlich in 10 Etappen unterteilt. Jede Etappe stellt nicht nur eine neue Stufe in eurer Karriere dar, sondern ist immer ein neuer Landschaftsabschnitt. Wem die Events am Anfang also zu langweilig sind, wird sich an der Flora und Fauna der USA bestimmt gerne satt sehen. Doch bei genauerem satt sehen fällt einem auf, The Run ist grafisch leider nicht auf gleichem Niveau wie seine Vorgänger Shift 2 und Hot Pursuit. Zwar hat sich Black Box gegenüber Pro street und Undercover erheblich gesteigert, trotzdem kann das Gesamtpaket in puncto Aussehen nicht ganz mithalten, was schade ist. Und auch mit Frostbite 2.0 sieht es nicht besser aus. Kleinere Technikpatzer fallen auch öfter ins Auge, wenn Dinge nachträglich in den Bildschirm geladen werden und an der ein oder anderen Stelle die Umgebung nicht nur steril, sondern auch matschig wirkt. Die Wagenmodelle sind jedoch nett gestaltet, kommen dennoch nicht an die guten Arbeiten der Vorgänger heran. Mit zunehmender Fahrt, werden die Events dann aber wesentlich abwechslungsreicher und so gibt es bald noch Fahrerduelle, die mit einer ordentlichen Portion Action versehen sind. Wie beispielsweise in den Rocky Mountains, wo ihr eine einsame Bergstraße hinunter rast und euch wegen Lawinensprengungen immer wieder Gesteinsbröckel auf die Straße schlägt. Doch auch die Polizei mischt einmal mehr kräftig mit und verfolgt euch in einigen Events immer mal wieder. Das der ein oder andere Fahrfehler bei der ganzen Hektik unweigerlich zur Kollision führt ist klar. EA bedient sich hier ein wenig bei Codemasters, denn in The Run gibt es nun Rücksetzpunkte, von denen man pro Rennen fünf Stück hat. Kommt man zu weit von der Strecke ab, oder crasht, dann wird man zu einem bestimmten Punkt zurückgesetzt, einem Checkpoint. Von da an geht es dann weiter. In Szene gesetzt ist das Ganze jedoch ziemlich unschön und dauert darüber hinaus auch noch unverschämt lange. Es liegt jedoch nicht nur an der ganzen Hektik, die einem zur Kollision bringt, es ist auch die Steuerung des Spiels, die da eine gewichtige Rolle spielt. So muss man sich anfangs sehr an die NfS Steuerung gewöhnen, denn sie fühlt sich zuerst sehr langsam und störrisch an. Das legt sich zwar mit der Zeit, aber dennoch wird man mit der Steuerung nicht so recht glücklich, denn eine griffige Arcade-Steuerung ist dies definitiv nicht.

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Ich und meine Karre

Bei den Wagen hat sich der Entwickler diesmal selbst übertroffen. Mit über 100 Wagen ist The Run das NfS mit den meisten Autos. Ironisch, dass der Spieler diese kaum zu Gesicht bekommt. Euren Wagen behaltet ihr nämlich solange, bis ihr in der Geschichte einen Neuen bekommt, oder ihr in eine Tankstelle fahrt. Tankstellen sind rar gesät, aber sie sind die einzige Möglichkeit den Boliden zu wechseln. Auch sind nicht alle Wagen von Beginn an frei verfügbar. Sie müssen erst freigeschaltet werden. Die meisten müssen jedoch woanders frei geschaltet werden, dazu später mehr. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass man mit seinem Gefährt einfach vorlieb nimmt, bis man ein neues bekommt. Eindeutig nicht die beste Variante, denn so wird die Eintönigkeit bei den Events deutlich unterstrichen. Doch Eintönigkeit, schöne Landschaften und eine große Portion Action sind schnell vorbei und zwar im wahrsten Sinne, den die Karriere von The Run ist mit allen Sequenzen gerade mal 3 Stunden lang. Bei dieser Länge weiß man nicht so recht ob man schmunzeln oder heulen soll, denn das ist in der Tat der Gipfel an kurzen Storys für ein Vollpreisspiel.
Aber Black Box kann sich noch retten, denn sie haben neben der Karriere noch ihren berühmt berüchtigten Herausforderungsmodus eingebaut. Gerade Fans von Most Wanted und Carbon sollte dieser noch bekannt sein. Im diesem Modus gibt es 11 verschiedene Eventkarten. Das wären einmal die 10 verschiedenen Etappen der Karriere und ein spezielle Challenge. Hinter jeder Karte verstecken sich 5 Events, doch ist jeweils nur das erste verfügbar. Ihr müsst nun Rennen, Zeitfahren, oder Duelle in einer bestimmten Zeit schaffen und immer gewinnen. Je nachdem wie schnell ihr wart, gibt es eine Bronze; Silber; Gold; oder Platin-Medaille. In diesem Modus könnt ihr dann auch Wagen freischalten, die ihr dann gerade in diesem Modus ordentlich ausfahren könnt, denn oftmals ist nur die Wagenstufe vorgegeben und ihr dürft alles fahren, was ihr verfügbar habt. Für jeden Wagen gibt es ein Ziel zu erfüllen. Das kann z.B. sein, dass alle Bronze-Medaillen für eine Eventkarte geholt werden sollen, oder sogar alle Gold-Medaillen. Gelegentlich müssen auch so und so viele Events gefahren worden sein, oder ihr steigt im Fahrerlevel auf. Das Fahrerlevel steigert sich nach jedem Rennen, denn nach jedem gibt es XP. Habt ihr nicht alle Wiederholungen verbraucht gibt’s Punkte, habt ihr nicht einen Unfall gebaut, gibt’s Punkte und auch sonst für alle Aktionen sammelt ihr Punkte. Im Herausforderungsmodus gerade durch das Gewinnen der Medaillen. In eurem Autolog-Profil könnt ihr dann eure Playercard gestalten. Die Playercard kann man sich wie das Callsign aus CoD vorstellen, denn dort scheint diese nämlich dreist kopiert worden zu sein. Im Multiplayer kann man dann richtig XP abräumen, doch auch hier gibt es Kritikpunkte. Zunächst muss sich der Spieler für eine Lobby entscheiden. Die Lobbys zielen meist auf bestimmte Wagentypen ab, also nur Muscle-Cars, oder nur Supersportler. Das Problem ist nur, dass wir öfter einfach aus einer Lobby, aufgrund von Verbindungsfehlern, hinaus geschmissen worden sind. Dies trat leider häufiger auf, was den Spielspaß an dieser Stelle ein wenig trübt. Ist man jedoch in einer Lobby drin, erstellt das Spiel automatisch einige Rennen und wählt per Zufallsprinzip mehrere Strecken aus, die nach der Reihe dann abgefahren werden. Auch im Multiplayer kann man, dank unzähliger Ziele, viele Wagen freischalten. Leider fehlt einem da so ein wenig der Überblick und durch die öfter auftretenden Verbindungsabbrüche, sinkt die Motivationskurve leider schnell in Richtung Boden, was schade ist.

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Fazit:

Wie so oft kann man sich an dieser Stelle fragen: Warum versuchen die Entwickler immer wieder was neues mit NfS und machen nicht einfach die NfS, die die Community sehen will?
The Run hat jedoch ein vielversprechendes Konzept vorgelegt, hat es jedoch nur passabel in die Praxis umgesetzt. Die Technik ist gegenüber der Shift Teile und Hot Pursuit zurück gegangen, die Story ist die kürzeste in der Geschichte der NfS-Titel, wenn nicht sogar in der Geschichte der Videospiele und auch der Multiplayer weiß nicht so recht von sich zu überzeugen. EA Black Box hat mit ihrem neuen Konzept also keinen großen Fang gemacht und so gesellt sich The Run zu den eher bescheideneren Titeln
der Need for Speed Reihe.

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