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Kommentar – Warum Diablo: Immortal ein Schlag ins Gesicht der Fans ist

Artikel von | 03.11.2018 um 11:10 Uhr

Es war ein ernüchternder Auftakt für die BlizzCon 2018. Am gestrigen Abend fand die Eröffnungszeremonie statt – zu Feiern gab es allerdings nur wenig. Stattdessen hat Blizzard nun einen waschechten Shitstorm an der Backe, den der Publisher selbst zu verantworten hat.

Bereits im Vorfeld der BlizzCon hatte man den Hype-Kessel angerührt und ausgehungerten Diablo-Fans den Mund wässrig gemacht: Mehrere Diablo-Projekte seien in Arbeit, hieß es in einer Videobotschaft von Community-Managerin Brandy Camel. Die Spekulationen über eine Ankündigung eines vierten Teils der Reihe ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Auf die aufgeheizte Stimmung reagierte Blizzard erst kurz vor der BlizzCon: Der Publisher ruderte zurück und gab den Fans im Diablo-Blog zu verstehen, dass sie diesbezüglich noch ein wenig Geduld haben müssten:

„We know what many of you are hoping for and we can only say that ‚good things come to those who wait‘, but evil things often take longer. We appreciate your patience as our teams work tirelessly to create nightmarish experiences worthy of the Lord of Terror.“

Neuigkeiten zu Diablo habe man aber trotzdem, hieß es:

„While we won’t be ready to announce all of our projects, we do intend to share some Diablo-related news with you at the show.“

Welche Neuigkeiten das sein würden, blieb bis gestern Abend offen. Viele erhofften sich ein Remaster oder Remake von Diablo 2. Andere glaubten an eine Erweiterung für Diablo 3. Keiner rechnete mit Diablo: Immortal – einem Handyspiel, das komplett an der Kernzielgruppe vorbeigeht.

Jetzt könnte man sich fragen: Ist ein Handy-Diablo nicht besser als gar kein neues Diablo? 

Und eigentlich wäre das ein berechtiger Einwand. Der Fehler liegt aber in der Art und Weise der Präsentation. Und darin, wie Blizzard mit den Erwartungen der Fans umgeht. Wer das Q&A zu Diablo: Immortal gestern mitverfolgt hat, dürfte sich reichlich fremdgeschämt haben. Aus dem Publikum ertönten Buh-Rufe. Jemand stellte die rhetorische Frage, ob das Spiel ein Aprilscherz sei. Den Beteiligten auf der Bühne schien die Präsentation sichtbar unangenehm. Trotzdem versuchte man mit wenig überzeugend gespieltem Enthusiasmus, Begeisterung für den neu angekündigten Casual-Ableger zu machen. Und genau da liegt das Problem: Man nahm die Fans nicht ernst, indem man so tat, als wäre Diablo: Immortal etwas, das sie sich gewünscht hätten. Und gibt damit das Signal, dass das die neue Richtung sein könnte, die das beliebte Diablo-Franchise von nun an einschlägt: Casual-Spiele und schnelle Cash-Grabs, die komplett am Kern der Fanbase vorbeigehen.

 

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