Auge in Auge mit den positiven und negativen Aspekten von Assassin’s Creed IV Black Flag

Artikel von 23.08.2013 um 18:56 Uhr

Die ganze Zeit haben sowohl die User als auch wir vom Team darüber diskutiert, was uns wohl genau mit Assassin’s Creed IV: Black Flag erwarten wird. Auf welcher Seite wird man stehen? Wie passt sich das Piratensetting an die Assassinen an? Welche Änderungen wurden vorgenommen? Diese drei Fragen können wir nun beantworten, denn heute war er da, unser Termin bei Assassin’s Creed IV Black Flag, doch der Weg bis dorthin war steinig. Ihr müsst euch das so vorstellen: Wir waren im Pressezentrum der gamescom, das sich an dem einen Ende befindet, und mussten in den Businessbereich, der sich am anderen Ende der Messe befindet. An den Tagen für die breite Masse bedeutet das, dass man mindestens 20 Minuten Fußweg einplanen muss, plus zusätzlich fünf Minuten dafür, falls die Koelnmesse auf den lustigen Gedanken kommt, Treppen, Rolltreppen oder andere Wege zu sperren. Aber gut, geschafft haben wir es.assassin_s_creed_iv__black_flag___wallpaper_by_okiir-d5whkj4

Es handelte sich um einen Hands-on-Termin. Das bedeutet, dass wir Hand an das Spiel legen konnten, während Carsten, unser hilfsbereiter Ubisoft-Mitarbeiter, uns einige Details zum Spiel verriet und zeigte. Zunächst begannen wir auf einem Schiff. Dieses lässt sich so steuern, wie es auch bereits im Vorgänger Assassin’s Creed III der Fall war. Neu ist dabei jedoch der Reisemodus, bei dem man aus dem Bild herauszoomt und sein Schiff so in Third-person-Sicht steuern kann.

Was man Ubisoft lassen muss: Auf der PlayStation 4 sieht Assassin’s Creed IV: Black Flag, trotz typischer Ubisoftfehler, verdammt gut aus. Das Wasser ist ein Traum! Aber auch die Pflanzen brauchen sich nicht, wie zum Teil in der aktuellen Generation, zu verstecken. Und die Tiere sehen auch gut aus, vor allem die Fische, die haben uns richtig gut gefallen. Auch eine Stadt wurde uns gezeigt, das war Havanna. Wir könnten jetzt erneut erwähnen, wie hübsch und detailreich diese Stadt nachgebaut wurde, aber das ist eigentlich ein Aspekt, der schon immer für die Marke Assassin’s Creed steht.

Neben der Grafik wurde auch das Klettern überarbeitet und wirkt jetzt realistischer. Zum Beispiel springt Edward nicht mehr so sicher an verschiedene Dinge dran. Ist die Entfernung zu groß, erwischt er die Kante des nächsten Hauses nur mit Müh und Not und baumelt dann noch ein wenig in der Luft rum. Das Erklimmen von Häuserfassaden wirkt ebenfalls flüssig und gut, wie man es gewohnt ist. Edward an sich bewegt sich zudem wesentlich flinker als Connor. Bekannte Aspekte der Reihe sind ebenfalls vertreten, wie die leichten Mädchen, mit denen man sich tarnen kann und dergleichen mehr.

Hübsch anzusehen sind die verschiedenen Wettereffekte, so kann plötzlich ein Sturm aufziehen. Das sieht gut aus, wird jedoch leider nicht ganz so gut ausgenutzt. Befindet man sich auf einem Schiff, so ruft einer der Matrosen, dass starker Wind ist, allerdings hat dies, zumindest in unserer Version, keine Auswirkungen auf das Steuern des Schiffes gehabt. Vermutlich wird das noch bis zum Release des Spiels Ende Oktober noch ordentlich gemacht.

assassins_creed_4_black_flag-wide

Zunächst einmal: Man spielt sich selbst. Man arbeitet bei Abstergo Industries. Man spielt das Ganze in First-Person-Sicht. Und man wurde damit beauftragt, genau diesen Abschnitt von Edwards Leben zu untersuchen, damit ein neues Produkt für Abstergo Entertainment geschaffen wird. Außerhalb des Animus‘ muss man sich verschiedenen Puzzles, Rätseln und Aufgaben stellen. Das kann man jetzt sehen, wie man möchte. Gefällt einem diese Sichtweise, ist das gut. Wir selbst kamen mit der Sicht in Assassin’s Creed: Revelations nicht so gut zurecht, da das Lösen der Rätsel doch recht tricky war.

Und Edward. Ja, wer ist Edward eigentlich? Edward ist ein Pirat, der bei Assassinen in der Lehre war, damit er in der Lage ist, die versteckte Klinge zu nutzen. Das war’s. Ansonsten ist Edward lediglich ein Pirat. Um den Spielern weiterhin das Gefühl zu geben, einen Assassinen zu spielen, wird es Nebenquests geben, in denen man ein bestimmtes Ziel eliminieren soll. Das Hauptaugenmerk wird jedoch auf dem Erobern von Inseln und Entern anderer Schiffe liegen. Innerhalb der Stadt kann man zum Beispiel wieder Läden kaufen, aber auch Seemännern helfen, die dann die Crew verstärken. Mit denen kann man dann auch etwas trinken gehen.

Dennoch strotzt das Spiel noch vor lauter Fehlern. Hebt Edward beispielsweise eine Leiche auf, so hebt er diese erst durch seinen Rücken, um sie dann auf seinen Armen zu haben. Waffen aufheben geht ebenfalls nicht, was allerdings wohl noch gefixt wird. Auch Kantenflimmern ist noch mit von der Partie, ebenso die typischen aufploppenden Texturen, Gegenstände und NPCs, was typisch für die Reihe ist. Man kann sich auch wieder in einem Gebüsch verstecken, so wie es im Vorgänger möglich war. Schade ist hier, dass das wirklich nur auf der Next-Gen perfekt funktioniert und Edward dann tatsächlich versteckt ist. Auf der PS3 soll dies nicht möglich sein.

Das klingt jetzt vielleicht alles gar nicht so schlecht, aber uns bleibt dennoch die Frage, warum, Ubisoft? Warum verwandelt ihr eine Reihe, die von Assassinen lebt, in ein neues Piratenspiel? Sicher, Piraten sind gerade hoch im Kurs, aber muss man deswegen eine lange Reihe derart verändern? Assassin’s Creed IV ist keineswegs schlecht, beißt sich nur ungemein mit dem ursprünglichen Tenor des Spiels. Keine Frage, der vierte Hauptteil spielt sich gut, würde sich aber vermutlich nicht mal halb so viel verkaufen, wenn man das Ganze nicht unter dem Deckmantel Assassin’s Creed laufen lassen würde. Eine Pause hätte der Reihe vielleicht gut getan, oder ein wechselnder Release mit Watch Dogs, aber laut den Entwicklern wollen wir als Spieler ja diesen jährlichen Release eines weiteren Titels. Kein Wunder, dass wir es dann mit einem solch „einfallslosen“ Spiel zu tun bekommen. Wie wäre es mit einer Pause der Reihe, um neue Ideen und Konzepte zu sammeln?

2495905_assassins_creed_iv_black_flag_2013_06_10_1