Menü

Ab sofort sind Hakenkreuze in Spielen erlaubt

Artikel von | 09.08.2018 um 15:19 Uhr

Tja, dass dieser Tag wirklich noch einmal kommt. Dank der sogenannten „Sozialadäquanzklausel“, ist es nun möglich Hakenkreuze und andere Symbole in Spielen zu zeigen.

Fangen wir direkt mit der offiziellen Pressemitteilung der USK an:

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ändert ihre Praxis im Verfahren zur Altersfreigabe von Spielen, in denen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet werden. Ab sofort kann die Sozialadäquanzklausel des § 86a Abs. 3 des Strafgesetzbuches (StGB) durch die USK-Gremien bei der Prüfung von Computerspielen mit einbezogen werden. Damit können solche Computer- und Videospiele eine Altersfreigabe der USK erhalten, in denen die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen von den USK-Gremien als sozialadäquat beurteilt wird. Sozialadäquat bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen in einem Titel verwendet werden können, sofern dies der Kunst oder der Wissenschaft, der Darstellung von Vorgängen des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient. Am grundsätzlichen Verbot von Kennzeichen gem. § 86 a StGB hat sich jedoch nichts geändert. Daher verlangt eine Entscheidung über eine Altersfreigabe immer die Prüfung im Einzelfall und stellt keine generelle Ausnahme dar. Die Änderung wurde durch eine veränderte Rechtsauffassung der zuständigen Obersten Landesjugendbehörde möglich, die den aktuellen rechtlichen Bewertungen Rechnung trägt.

Elisabeth Secker, Geschäftsführerin der USK:

„Durch die Änderung der Rechtsauffassung können Spiele, die das Zeitgeschehen kritisch aufarbeiten, erstmals mit einem USK-Alterskennzeichen versehen werden. Dies ist bei Filmen schon lange der Fall und auch im Hinblick auf die Kunstfreiheit richtigerweise jetzt auch bei Computer- und Videospielen. Die Gremien der USK werden auch diese Aufgabe mit großer Sorgfalt, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen.“

Wolfang Hußmann, Vorsitzender des Beirats der USK und Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz:

„Als Beirat der USK kennen wir das große Potenzial von Computerspielen für die Gesellschaft und sehen gleichzeitig die gesellschaftliche Verantwortung für einen guten Schutz von Kindern und Jugendlichen. Das Zusammenwachsen der Mediensysteme macht es erforderlich, dass der Jugendmedienschutz nach vergleichbaren Regeln gewährleistet wird. Es ist eine richtige Entscheidung, dass die USK nun auch solche Inhalte in der Prüfung berücksichtigen kann, bei denen im Einzelfall die Sozialadäquanz abzuwägen ist.“

Wem das alles zu bürokratisch klingt, hier nochmal die einfache Zusammenfassung. Wenn Spiele im Zusammenhang mit Geschichte, Wissenschaft oder Vorgängen des Zeitgeschehens besagte Symbole zeigen, wird dies erlaubt, da es quasi als Kunstform gilt. Bei anderen Medien wird es ähnlich gehandhabt.

Das aktuelle Wolfenstein würde da wohl nicht zu zählen, da es die eigentliche Geschichte ja anders erzählt und keinen wirklichen Wert auf die eigentlichen Geschehnisse von damals legt.

Kriegsspiele die hingegen den zweiten Weltkrieg und deren Schrecken und tatsächlichen Ablauf zeigen, dürften wohl durchaus Hakenkreuze zeigen.

Mal sehen was die Zukunft nun bringt und welches Spiel das Erste sein wird, welches diese Symbole wirklich zeigen darf.

Quelle

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden