PlayStation 4 – Neue Hinweise auf die verbaute Hardware?

Artikel von 06.12.2012 um 16:18 Uhr

Wird über die zukünftige Konsole aus dem Hause Sony geredet, dann kommen die angeblichen Informationen meist von irgendeiner geheimnisvollen Quelle, die einen unbekannten Mitarbeiter bei Sony kennt, der in einem nicht näher erwähnten Gebäude hockt und an der neuen PlayStation bastelt. Wer all diese Gerüchte für wenig glaubwürdig hielt, dürfte wahrscheinlich recht behalten. Doch was die Mannen von PlayStation Lifestyle auf drei Seiten niedergeschrieben haben, hat mehr Hand und Fuß als die meisten Gerüchte. Denn ihre Hinweise auf die neue Hardware entnehmen sie verschiedenen Stellenausschreibungen und Aussagen bei Sony, aber auch AMD und anderen Herstellern. Dennoch darf natürlich nicht vergessen werden, dass es sich auch hierbei immer noch um ein Gerücht handelt.

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GPU + CPU?

Doch was fanden die Jungs nun heraus? Unter anderem wurde eine Stellenausschreibung für einen „Lead Systems Engineer“ entdeckt.

Zitat:

Wird als ein Industrieexperte und ein Leiter für die Entwicklung von Levelsystemen auf den PlayStation Plattformen eingesetzt.

Aus der Stellenbeschreibung lässt sich so laut PlayStation Lifestyle entnehmen, dass dieser Mitarbeiter an der neuen PlayStation 4 oder Orbis arbeiten soll. So weit, so gut, doch kommt der interessante Teil erst noch, denn so soll der künftige Mitarbeiter auch Erfahrung mit GPGPU Programmierung mitbringen. Ja, dass dies das Gaming nachhaltig verändert, ist sofort jedem klar. Aber nun wirklich auch mal für die, die keine Technik Cracks sind, was ist eine GPGPU eigentlich?
GPGPU steht für „general-prupose computing on graphics processing units“, kurz und knapp heißt dies, dass die GPU, also die Grafikeinheit nicht nur die Arbeit einer herkömmlichen GPU verrichtet, sondern auch Arbeit die normalerweise die CPU machen würde. Dieses Konzept ist nicht ganz neu, der Trend in diese Richtung für Hochleistungrechner ging etwa 2006 los und somit verpassten die aktuellen Konsolen diesen. Seit 2006 wurde dieses Konzept aber immer populärer und auch die Wii U setzt darauf, auch wenn mit recht schwachen Chips.

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Wer sich jetzt fragt, was bringt das? NVidias’ Sanford Russell erklärte gegenüber Gizmodo die Funktionsweise der GPU und CPU wie folgt:

Zitat:

Wenn du nach einem Wort in einem Buch suchst und die Aufgabe der CPU übergibst, dann startet diese auf Seite Eins und liest ganz bis zum Ende. Dieser Prozess wäre zwar schnell, würde aber einiges an Zeit beanspruchen, da alles in seiner Ordnung abläuft.
Eine GPU hingegen, die als „paralleler“ Prozessor fungiert, würde das Buch hingegen in Einzelteile zerreißen und alle gleichzeitig lesen. Auch wenn dann die einzelnen Wörter langsamer gelesen würden, würde das gesamte Buch schneller zu Ende gelesen sein, da mehrere Wörter gleichzeitig gelesen werden.

Für Spiele, aber auch Echtzeitanwendung, ist vor allem die Power der GPU interessant, um zusätzliche Perfomance hinzuzufügen. Zudem könnte so der Flaschenhalseffekt zwischen CPU und GPU vermieden werden, der bekanntermaßen ein Problem der PlayStation 3 ist. Aber auch bei KI Berechnungen und der Spielphysik kann das GPGPU Konzept hilfreich sein. Für AMD ist es ein weiterer Vorteil, dass so Ladezeiten verringert werden könnten und auch die Simulation von tausenden Soldaten wäre deutlich einfacher. Insgesamt könnte man so die Power des Systems viel besser abrufen, was auch ein Problem des PlayStation 3 Cell Chips sei, der zwar sehr viel Power habe, diese aber nur schwer abzurufen sei.

Zitat:

Die Architektur heterogener Systeme wird letztendlich den Entwicklern die GPU als Coprozessor verfügbar machen.

Doch wie steht es nun um eine GPGPU in der neuen PlayStation? Eine Jobsuche ist doch noch etwas vage, werden sicher einige sagen, doch nicht nur in der oben erwähnten Jobanzeige wurde auf GPGPU Erfahrung hingewiesen, auch SCE London sucht in einer Stellenausschreibung nach einem Mitarbeiter mit GPGPU Kenntnissen. Aber auch SCEs US R&D Team sprach in einer Stellenausschreibung die GPGPU an.
Erwartet uns also tatsächlich die GPGPU in der neuen PlayStation oder woran arbeitet man bei Sony sonst?

DirectX 11 oder zumindest etwas ähnliches?

Was der Jobbeschreibung zu dem Lead System Engineer auch noch zu entnehmen war, ist dass auch „Erfahrung mit DirectX 11“ gesucht wird. PlayStation Lifestyle spekuliert hier darauf, dass die neue PlayStation entweder mit DirectX 11 Support daher kommt, was angesichts dessen, dass DirectX von Microsoft entwickelt wird, eher als unwahrscheinlich angesehen wurde und auch weiterhin wird. So wird anhand dieser Jobbeschreibung darauf spekuliert, dass Sony an einem DirectX 11 äquivalent arbeitet. Dies ergibt dahin gehend Sinn, da OpenGL als Alternative zu DirectX oft als Nachteil für Sony gesehen wird.

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Ob sich diese Gerüchte bewahrheiten oder ob alles doch ganz anders kommt, dürften wir wahrscheinlich auf der kommenden E3 erfahren, sofern die Welt nicht am 21.12 untergeht.