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Darksiders 2: Die Kammer der Macht – Rezension

Artikel von | 17.10.2012 um 19:46 Uhr

In letzter Zeit gehört sich für eine gute Videospielreihe, dass man die Franchise mit nicht spielbaren Geschichten erweitert. So auch beim Darksiders Universum. Zwar wurden bisher nur zwei Ableger um die apokalyptischen Reiter veröffentlicht, das aber schreckte THQ nicht davon ab, eine Buchfassung zu diesem Universum zu veröffentlichen. Ob es die gleiche geschichtliche Qualität beinhaltet? Dies zeigt unsere Rezension

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Es war einmal…

Vor langer, langer Zeit, als der Machtkampf zwischen Gut und Böse ihren Höhepunkt erreichte, hat sich ein Volk mit unrühmlichem Ruhm bekleckert. Man spricht hier von den bösartigen Nephilim. Dieses Volk der Nephilim hat die Waffen der Macht nämlich selbst erschaffen. Waffen, die das ganze Gefüge zwischen Himmel und Hölle und den tausenden Welten dazwischen durcheinander wirbelten. Denn die Nephilim waren ein kriegerisches Volk, das alles auslöschte, was ihnen im Weg stand. Und das nicht wegen Edelmetallen oder Machtansprüchen auf gewisse Gebiete oder Welten. Nein, sie schlachteten die Völker einfach ab, weil sie es konnten.

Der noch junge Feurige Rat konnte das brutale Volk nicht aufhalten, denn er war damit beschäftigt, den Friedensvertrag für Himmel und Hölle schmackhaft zu machen. Doch auch in der dunkelsten Stunde der Welten findet die Vernunft ihren Weg. So haben sich vier Nephilim gegen ihr eigenes Volk gestellt und sich in die Obhut des Feurigen Rats begeben. Als Diener dieses Rates kamen sie wieder hervor als die vier Reiter der Apokalypse. Tod, einer der Erstgeborenen der Nephilim mit ungeheurer Macht ausgestattet, bildet den Kopf dieser Viererbande. Aber auch Krieg, Zorn und Zwietracht haben ungebündelte Macht erhalten. Zusammen mussten sie die schwere Bürde auf sich nehmen, das Ende ihres eigenen Volkes einzuleiten. Kaum gehörten die Nephilims der Geschichte an, kehrte auch schon der erzwungene Friede in die Welten ein.

Tausende Jahre später aber erfuhr der Feuerige Rat, dass jemand oder etwas auf der Suche nach der Kammer der Macht ist. Da Tod diese Kammer versteckt hält, bekommt er den Auftrag herauszufinden, was an diesen Gerüchten stimmen mag. Unterstützung erhält er von seinem Bruder Krieg. Zusammen stoßen sie auf einen Komplott zwischen Himmel und Hölle, obwohl weder die eine Gruppe noch die andere darin involviert gewesen sein muss. Gewisse Regelungen des Himmels deuten darauf hin, dass das ganze Schlamassel diesmal von den Engeln kommen könnte. Können Tod und Krieg die brenzlige Situation, in der sich die Welten befinden, lösen? Ohne, dass die Waffen der Macht wieder zum Leben erweckt werden? Und spielt der Feurige Rat wirklich mit offenen Karten oder wurde er ebenfalls hinters Licht geführt?

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Das Universum in seinem neuen Glanz
Die Kammer der Macht erzählt zum Glück nicht einfach eine Geschichte zwischen Darksiders und Darksiders II. Sie beinhaltet eine gänzliche neue und vor allem interessant geschriebene Geschichte rund um das Darksiders Universum. Die eingeführten Charaktere aus dem ersten Teil bekommen alle ihren Auftritt. Auch werden hin und wieder kleinere Brücken geschlagen zu Darksiders 1. Zum Beispiel wird schön elegant in Nebensätzen erzählt, wie Abadon sein Augenlicht verlor. Zum anderen bekommt man einen besseren Einblick in die weiße Stadt des Himmels. Aber auch die Herkunft der Reiter wird gekonnt erklärt, ohne dass sich Logiklöcher auftun. Die Verbindung zwischen Tod und Krieg, was sie ausmachen und warum diese beiden sich eher mögen, wurde gekonnt niedergeschrieben. Auch die Thematik um die Kammer der Macht wurde gut nachvollziehbar auf Papier gebracht. Denn es stellt sich im Verlauf der Geschichte heraus, dass sowohl Ernte wie auch Chaosfresser solche Waffen der Macht sind, die die Nephilims selbst aus Metall und organischem Material erbaut haben.
Doch Zorn und Zwietracht durften bei dieser Episode nur sporadisch mitmachen. In derselben Zeit, in der Tod und Krieg das Komplott aufdecken, das sich heranbahnte, mussten nämlich Zorn und Zwietracht einen anderen Auftrag des Feurigen Rates erfüllen. Erhalten wir hier einen kleinen Einblick in Darksiders III oder IV?

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Kollidieren eines Universums
Wo der Mensch arbeitet, so fallen Fehler an. Leider sind auch Bücher nicht davor gefeit. Doch hier kann man nicht die Grammatik oder langweilige Formulierungen kritisieren, eher sind es kleinere Sachen, die man hätte besser machen können. Zwar macht der Schriftsteller Ari Marmell eine hervorragende Arbeit. Man merkt es an seinem Schreibstil, dass er schon vorher Bücher von und über Videospiele geschrieben hat und auch selbst als Game Designer tätig ist. Denn er hat sich in der Branche schon einen kleinen Namen gemacht. Allerdings kann man auf uns ungewohnte Übersetzungen stoßen. So wird die Krähe von Tod als Staub beschrieben, obwohl uns der Name Asche aus dem Spiel bekannt ist. Auch Tods Waffe der Macht wird im Buch als Ernter bezeichnet. Hier sei jedoch gesagt, dass sich das Spiel am englischen Original orientiert, denn dort heißt der Rabe „Dust“ und die Waffe der Macht nennt sich „The Harvester“.
Mit gut über 300 Seiten ist das Buch nicht allzu dick und der Schreibstyl ist auch für Lesemuffel gut geeignet. Es gibt zwar einige Passagen, die einem langatmig vorkommen, diese sind aber selten und werden dank interessant geschriebener Gewaltabschnitter schnell aus dem Gedächtnis gelöscht. Wer mehr über das Darksiders Universum wissen möchte, dem können wir das Buch empfehlen. Es ist eine Bereicherung für die Franchise.

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