Menü

The Last Guardian im Test – Hat sich das warten gelohnt?

Artikel von | Mittwoch 14. Dezember 2016 um 20:12 Uhr

Im Jahre 2007 startete Team Ico die Entwicklung ihres neusten Spiels, sogar bevor es psinside überhaupt gab. Zwei Jahre später wurde auf der E3 2009 dieses dann auch als The Last Guardian offiziell angekündigt. Zur damaligen Zeit als PlayStation 3 Exklusivtitel, welcher 2011 erscheinen sollte. Viel Zeit ist seitdem vergangen und zwischenzeitlich hatte man mit Famito Ueda auch den leitenden Entwickler und Schöpfer verloren.

Trotzdem gab Sony das Spiel nicht auf und nach einer erneuten Ankündigung im vergangenen Jahr, ist es nun endlich geschafft. The Last Guardian ist offiziell erhältlich. Aber wie gut ist der Titel nach all der Zeit? Wir informieren euch in unserem Test, ob sich das Warten gelohnt hat oder die aktuelle Technik das Spiel doch schon überholt hat.

the-last-guardian

The Last Guardian

Das grobe Prinzip sollte den meisten mittlerweile bekannt sein. Man selbst übernimmt die Rolle eines kleinen Jungen. Dieser wacht in einer dunklen Höhle auf, doch wie er dahin gekommen ist, das weiß er nicht. Außerdem hat er auch merkwürdige Tattoos auf seinem Körper, auch hier weiß er nicht, woher diese kommen und allem voran was diese bedeuten. Viel wichtiger ist aber, dass es nicht lange dauert bis er merkt, dass er nicht alleine in dieser Höhle ist. Neben ihm liegt ein riesiges Lebewesen, doch scheinbar ist es verletzt. Auch eine Kette ziert seinen Hals und hält es an seinen Platz. Es droht also keine offensichtliche Gefahr für den Jungen, sofern er Abstand hält. Er selbst kennt das Tier als Trico. Mit einem Aussehen das einer Katze, einen Vogel und ein paar weitere Tiere ähnelt, sieht es aber nicht allzu gefährlich aus. Doch der Ruf als Menschenfresser trügt auch über das Aussehen des Tieres nicht hinweg.

Zum Glück für den Jungen ist das Tier aber verletzt und angekettet. Er sucht also nach einem Weg, um schnell aus dieser Höhle und vor diesem Wesen zu entkommen. Nur gibt es dabei ein Problem: Es gibt keinen erreichbaren Ausweg für ihn. Und das ist der Moment, bei dem The Last Guardian seine Magie entfaltet. Nur mit der Hilfe von Trico kann der Junge entkommen. Was ist also die schnellste Möglichkeit um das Vertrauen eines jeden Lebewesens zu gewinnen? Richtig, essen. Denn Trico verspürt ganz deutlich Hunger und das Futter sollen wir Auftreiben. So einfach fängt alles an, doch daraus entsteht dann eine tiefe Freundschaft, doch wie genau – das solltet ihr natürlich selbst beim Spielen erfahren.

Denn der Fokus liegt ganz deutlich auf dieser Partnerschaft und macht aus einem Videospiel ein Abenteuer. Dafür sorgt allem voran Trico. Er benimmt sich nicht wie irgendein dummer KI Begleiter, sondern wie ein echtes Tier. Besonders die Geräusche sind ein gutes Indiz über die Gefühlslage von Trico. Sobald der Junge mal etwas länger aus dem Sichtfeld verschwunden ist, gibt es ein wimmern, dass jeden Hund stolz machen würde. Dadurch kommt man als Spieler selbst in eine Situation, bei der man das aktuelle Rätsel schnellstmöglich lösen will, um schnell wieder zusammen zu sein. Man bekommt recht schnell eine Bindung zum Tier, ob man nun will oder nicht. Ein gutes Beispiel dafür, hatten wir bei einem Gittertor. Der Junge konnte problemlos zwischen den Stäben vorbei gehen, Trico musste aber warten, bis wir ihm das Tor geöffnet haben.

Das haben wir auch versucht, aber haben noch etwas mit der Lösung gekämpft. Ganz plötzlich wird die Trauer von Trico stärker und statt zu warten, probiert er es mit Gewalt. Genauer gesagt haut er mit voller Kraft seinen Kopf gegen das Tor und nach jedem Treffer wimmert er noch etwas vor Schmerz. In dem Moment wollten wir das Tier von seinem Leid erlösen und so schnell wie möglich das Tor öffnen. Solche Momente fördert The Last Guardian und diese bleiben dem Spieler auch in Erinnerung. Jeder Moment bei dem sie sich die beiden trennen ist ein kleiner Abschied und sorgt für etwas Trauer, doch zum Glück gibt es kurz darauf meist auch ein Wiedersehen.

The Last Guardian, Review, Test, PS4

Nötig ist die Trennung aber leider relativ oft. Viele Hindernisse liegen vor dem Jungen und seinem Begleiter. Oft hat man als Spieler den aktiven Part und öffnet irgendwelche Türen oder ähnliches durch Schalter. Doch nicht alles ist sofort erreichbar. Während man zu Beginn auf die Intelligenz von Trico setzen muss, kann man später versuchen Befehle zu vermitteln. Das geschieht dadurch, dass der Spieler in irgendeine Richtung zeigt oder durch eine Geste wie Springen versucht, dem Tier den nächsten Schritt zu erklären. Doch nur weil man etwas zeigt, gehorcht so ein gigantisches Wesen natürlich nicht auf Anhieb. Mit einer natürlichen Skepsis verfolgt es eure Aktionen. Im Verlauf des Spiels formt sich jedoch ein Team. Ihr führt Trico, während er euch beschützt oder auf höher gelegene Positionen trägt.

Was so einfach klingt, dient alles dem Zweck eine Bindung zu erschaffen. Das klappt natürlich abhängig vom Spieler selbst, nun einmal mehr oder weniger. Gleichzeitig wird hier deutlich präsenter eine Geschichte erzählt, statt nur Bruchteile wie bei Shadow of the Collosus oder ICO zu haben. Diese nimmt auch im Verlauf eine größere Rolle ein und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Gerade durch einige Wendungen und Erkenntnisse die man mitbekommt. Einige Aktionen werden nämlich von einer Erzählerstimme kommentiert. Dadurch bekommt man doch einige Zusammenhänge erklärt und eine Geschichte erzählt. Aber wir wollen eigentlich nicht weiter ins Detail gehen, spielt es einfach selbst und seid offen für eine etwas unübliche, aber emotionale Geschichte.

Was wir noch sagen wollen: Spielt The Last Guardian am besten ohne vorher groß etwas über die Story oder die Rätsel zu lesen. Jeder Spieler sollte seine eigene Geschichte erleben. Wenn ihr mal etwas länger an einem Rätsel hängt, versucht es auch zu lösen. In manchen Situationen hilft euch das Spiel oder Trico gibt euch einen kleinen Tipp. Auch wenn manche Rätsel nicht sofort lösbar sind, werdet ihr früher oder später schon auf die Lösung kommen.

The Last Guardian, Review, Test, PS4

Seiten 1 2 3
The Last Guardian Testbericht

The Last Guardian

  • Release: 07.12.2016
  • Genre: Adventure
  • Entwickler: Team Ico
  • Publisher: Sony

Gutes

+ Trico fühlt sich wie ein echtes Tier an
+ Eine emotionale Achterbahnfahrt
+ Tolle und knifflige Rätsel

Schlechtes

- Optik und Gameplay doch etwas in die Jahre gekommen
- Die Kamera und Steuerung kann manchmal frustrierend sein

8.5 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden